Skye hatte gestern Abend noch lange an der Überraschung für Chen gesessen, doch langsam ging es in die richtige Richtung. Sie wusste nicht, wann er geplant hatte die Babybombe platzen zu lassen, doch sie würde es bestimmt mitbekommen
Am nächsten Morgen hatte Skye zwei Taschen unten in der Küche stehen, die skeptisch von Jungkook beäugt wurden.
„Will ich wissen, welche Leiche darin zerstückelt ist? Meinen Bandkollegen brauche ich heute Abend noch.“
„Die Info wäre dann jetzt wohl auch zu spät“, stellte sie trocken fest.
„Das sind alles Klamotten von Taehyung, die ich geklaut habe, es wäre lieb, wenn du sie ihm mitbringen könntest.“
„Skye, ich hänge da ohnehin schon drin …“
Sie deutete auf ihren Fuß.
„Ich würde es selbst machen, aber …“
„Was war das eigentlich mit Siwon?“ Sein Blick glitt zu den Blumen, die er gestern Abend mitbringen sollte.
„Er möchte seine Chance und er hat mich an dem Abend gerettet.“
„Es geht ihm beschissen.“
„Siwon?“ Natürlich wusste sie, wen er meinte und stellte sich nur dumm.
„Anscheinend macht BTS ihn doch nicht so glücklich …“
Sie konnte Jungkooks strafenden Blick spüren.
„Das ist scheiße, wir haben Konzerte. Ich glaube die Fans merken es nicht, er hat ein gutes Pokerface, aber es ist scheiße.“
„Ja gut, ich habe mir den Moment nicht ausgesucht.“
„Ja, aber den Moment, um mit Jongin rumzuknutschen.“
„Nein! Auch das habe ich mir nicht ausgesucht – sag mal, auf wessen Seite stehst du eigentlich?“
„Auf deiner, ich finde nur, dass ihr es beide verdient habt respektvoller miteinander umzugehen und die Dinge nicht noch schlimmer macht, weil ihr euch gegenseitig eins auswischen wollt. Wie würdest du dich fühlen, wenn er gestern knutschend mit Jennie im Flur gestanden hätte?“
„Enttäuscht, aber nicht überrascht.“
Ganz ehrlich, das Verhältnis zu Jennie war besser geworden, doch sie traute der Sängerin immer noch einiges zu und bisher hatte sie eine gute Bilanz auf Skyes Exfreunde fixiert zu sein.
Genervt schaute er zu ihr und stand auf, dabei nahm er die Taschen.
„Rede mit ihm. Wenn ihr irgendwann normal miteinander umgehen wollt, müsst ihr euch aussprechen – und hier ist auf beiden Seiten Redebedarf. Ich weiß, wovon ich rede … wirklich.“
Der arme Kerl bekam beide Seiten ab.
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Und so war sie alleine Zuhause. Sie saß in ihrem Büro, Frau Park wuselte in der Küche umher und Skye versuchte Chens Überraschung fertig zu machen.
Artemis lag auf ihrem Schoß und die beiden Jungs kappelten sich. Snickers war jetzt oft draußen unterwegs, doch er kam ein paar Mal am Tag wieder rein, um zu fressen oder eher um Futter zu klauen und irgendwo zu verstecken.
Als sie aufschaute, sah sie Jongin in der Tür stehen. Frau Park hat ihm wohl aufgemacht.
„Bebecito, was machst du hier?“
Skye klappte den Laptop zu.
„Ich wollte gucken, wie es dir geht und habe Essen mitgebracht.“
Sie hatte gesagt, dass sie Zeit brauchte. Alleine. Und doch wusste er, wie er sie bestechen konnte. Inzwischen übte sie sich mit nur einer Krücke, zumindest, wenn sie im Haus unterwegs war.
„Wen hast du noch eingeladen?“, fragte sie lachend, als sie all die Tüten sah.
„Na ja, du kommst ja nicht wirklich raus und das kann man alles wieder warm machen – vielleicht komme ich heute Abend ja wieder und esse weiter“, drohte er spielerisch. Sie hatte eine Haushälterin und Köchin, aber es war lieb von ihm und deswegen zog sie ihn nicht auf.
Mit Jongin war es so easy, im Moment zumindest. Skye erinnerte sich, als es mit Taehyung auch so war. Bis es ernst wurde und zwar hatten sie in den letzten Wochen, nachdem er sich dann doch einen Schups gegeben hatte, ein lockeres Verhältnis gehabt, aber dieser Knoten in ihrem Magen hatte sich nie gänzlich gelöst. Niemand mochte es verlassen zu werden, es war kein schönes Gefühl.
Wieso hatte er nicht einfach gesagt, dass er nur etwas Lockeres wollte? Das seine Karriere im Moment zu wild war und er sich nicht auf eine Beziehung konzentrieren konnte? Es wäre okay gewesen. Vielleicht hätten sie etwas Spaß gehabt, vielleicht auch nicht, Skye wusste nicht, wie sie reagiert hätte, ob sie sich darauf eingelassen hätte, aber er hat es immer so ernst gemacht. Mit großen Gesten und noch größeren Worten und dann überlegte er es sich anders. Hatte sie etwas getan? War sie das Problem, wieso keine Beziehung hielt? Vielleicht war ihr amerikanisches Ich nicht mit den Koreanern kompatibel.
„Skye?“
„Hm?“, sie schreckte kurz auf und sah ihn lächeln.
„Aus welchem Universum habe ich dich geholt?“
„Aus dem, wo das Wasser hochwärts läuft und Häuser manchmal Kinder fressen.“
Unsicher schaute er sie an, als müsste er wissen, wovon sie sprach, aber er erinnerte sich nicht. Skye grinste und schüttelte den Kopf.
„Hattest du was gesagt?“
„Ich habe dich gefragt, ob du hier im Haus einen Lieblingsort hast – außer dein Schlafzimmer, denn das ist wirklich großartig.“
„Ja, das Schlafzimmer ist toll, aber ja, ich habe einen Ort.“
Sie waren fertig mit Essen und Skye nahm seine Hand, um ihn mit sich zu ziehen. Jongin war zwar nun auch schon öfters hier gewesen, aber er kannte bei Weitem noch nicht das ganze Haus und die Umstände, die ihn oft hergeführt hatten, waren zu ablenkend gewesen, um eine Haustour zu machen. Sie führte ihn hoch auf die Galerie und schob das Bücherregal nach innen. Neugierig streckte er den Kopf.
„Führt der Gang nach Narnia?“
Grinsend drehte sie sich um.
„Fast – nach Gryffindor.“
Als sie mit Taehyung hier oben war, war alles noch sehr prophylaktisch gewesen, doch in den letzten Wochen hatte sie hier gewerkelt, wenn sie Zeit gefunden hatte. EXO hatten ihr damals so viele Hogwartssachen mitgebracht und die waren nun alle hier oben, in dem versteckten Dachboden. Der Schaukelstuhl hatte seinen Platz hier gefunden, dafür war die Matratze rausgeflogen und sie hatte mit Paletten ein Sofa gebaut – eine Couch hätte sie einfach nicht durch den schmalen Aufgang bekommen. Lichterketten hingen an der Decke und sie hatte einen kleinen Retro-Kühlschrank, in dem sich Butterbier befand, dass sie im Internet bestellt hatte. Tatsächlich schmeckte Butterbier ähnlich wie A&W Vanilla Cream Soda, doch es war einfach witziger, wenn ‚Butterbeer‘ draufstand. Sie hatte zwei große, alte Überseekoffer in der Scheune gefunden, die sie als Beistelltisch benutzte und sie hatte zwei kleine Bücherregale, die gefüllt waren mit ihren Lieblingsbüchern. LED Kerzen standen überall und sie hatte zwei lederne Poufs. In einem Regal standen die ganzen Süßigkeiten, die Every Flavor Beans und Chocolate Frogs und andere Leckereien. Jongin stand mit offenem Mund da und drehte sich im Kreis.
„Vergiss dein Schlafzimmer, das hier ist SO cool!“
Skye lachte fröhlich und war etwas stolz. Sie hatte hier schnell einziehen wollen und hatte ihr Hauptaugenmerk auf ihr Schlafzimmer und die ‚öffentlichen‘ Wohnräume gelegt, wie das Kamin-, Ess- und Arbeitszimmer. Nun hatte sie Zeit. Die Gästezimmer waren als nächstes dran. Einige hatten Holzvertäfelungen an der Wand, die man lackieren konnte, um ihnen einen neuen Pepp zu geben und ihr Plan war es, dass jedes Gästezimmer anders aussah. Mit dem Gryffindor Dachboden hatte sie sich eingestimmt.
„Gefällt es dir? Ich hatte ja all die Sachen von dir und den Jungs. Das hier ist so mein kleines Versteck.“
Der eigentliche Dachboden war riesig, das hier war nur ein kleiner Teil. Es gab noch einen Aufgang in der Nähe von ihrem Schlafzimmer und einen hinten bei den Gästezimmern im Westflügel und sie hatte keine Ahnung, was sie damit machen sollte. Sie hatte schon überlegt den einen Dachboden aufreißen zu lassen, als Dachterrasse, vielleicht nur zur Hälfte. Dann könnte man in dem überdachten Teil eine Küche oder einen Grill und Loungemöbel unterbringen, aber das wäre wohl ein Projekt für nächstes Jahr, denn im Winter würde sie das Dach nicht einreißen lassen.
„Skye, es ist wunder-wunder-wunderschön.“
Er war so begeistert, dass er sie in die Arme nahm und hochhob, um sich mit ihr zu drehen. Ob Siwon wohl auch so begeistert wäre, wenn er ihren Gryffindor Dachboden sehen würde? Wahrscheinlich nicht. Skye holte ihnen ein Butterbier heraus und sie machten sich auf dem Paletten-Sofa breit. Es war mehr eine Liegewiese mit Rücklehne. Die Lichterketten und Kerzen ließen sich mit einer Fernbedienung steuern und da es draußen schon dämmerte, machte sie die Lichter an.
„Das ist so ein toller Ort“, murmelte Jongin, noch immer in ‚awe‘.
„Und die sortieren mich in Slytherin ein!“
„Das ist eine Unverschämtheit“, sagte er sehr ernst.
„Das finde ich auch.“
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Sie beiden waren tatsächlich eingeschlafen und 1,5 Stunden später wachten sie langsam auf, bis Jongin panisch auf die Uhr schaute.
„Oh shit, shit, shit…“
Sie ging mal davon aus, dass er einen Termin hatte.
„Ich muss los! Ich kann später wieder kommen, wenn … wenn du magst.“
Fragend schaute er sie an. Sie hatte gesagt, dass sie Zeit brauchte und doch verbrachte sie gerne Zeit mit ihm. Sie würde Siwon die Chance geben, sie musste es selbst wissen, was da war oder eben nicht war.
„Ich weiß noch nicht so genau, was ich mache, wollen wir später schreiben und dann schauen?“
Darauf nickte er und lehnte sich rüber, um ihr einen Kuss auf die Wange zu geben.
Dann stürmte er runter.
„Ehm … Liebes, wie bekomme ich diese Tür auf?“, rief er hoch und Skye rappelte sich auf.
„Warte, wart, ich komme!“
Tatsächlich hatte sie irgendwie Tatendrang, sie wusste nur nicht, was sie tun sollte. Es war 19 Uhr und sie konnte ausschlafen. Sie konnte jetzt jeden Tag ausschlafen. Sie hasste es. Vielleicht sollte sie bei Starbucks anfangen, nur um etwas zu tun zu haben und um als erstes an das coole Merch ranzukommen.
Fakt war, dass sie nicht in die Fabrik wollte. Da war ihr im Moment zu viel böses Juju, auch wenn BTS heute Abend ausgeflogen waren. Sie bestellte sich also einen Fahrer, nachdem sie sich umgezogen und fertig gemacht hatte, und fuhr auf die Karosugil. Sie durfte nicht so viel laufen und die Einkaufsstraße war überschaubar. Sie schlenderte durch eine kleine Galerie. Was war eigentlich aus der Galerie von Mia, Jiyong und Noah geworden? Da hatten sie so einen Stress gemacht und dann verzögerte es sich. Vielleicht lag es an dem Dreh von ‚Royal Vampires‘, vielleicht auch an der Gründung von G-Next und was Noah alles am Start hatte, wollte sie gar nicht so genau wissen.
„Hattest du nicht Hausarrest?“
Fragend drehte sie sich nach der Stimme um und fand Jaejoong.
„Verrate es nicht meinen Eltern“, erwidert sie grinsend.
Und aus irgendeinem Grund, schloss er sich ihr an. Skye machte es nervös. Wenn man sie jetzt auch noch mit Jaejoong sehen würde, wäre Polen wohl endgültig offen. Sie zog sich also einen Mundschutz auf und die Kapuze ihres Hoodies tief.
„Finde nur ich es amüsant, dass du viel nervöser bist als ich?“
Ja, es war amüsant, weil er die deutlich bekanntere Person war.
„Amüsant oder nicht, ich kann man mir nicht mehr viel erlauben.“
„Wieso steckst du eigentlich immer in so vielen Schwierigkeiten?“
„Irgendwie finden die mich, wirklich, ich will das auch nicht.“
Er lachte auf, was wirklich schlimm war, weil sein Lachen so signifikant war. Es war wie wenn Heechul lachte … okay, ja, nicht SO schlimm, aber trotzdem erkennbar.
„Na komm, wir gehen etwas trinken.“
Nach dem 3. Laden war die Amerikanerin nur noch ein Nervenbündel und für ihn nicht mehr zu ertragen.
Sie ging davon aus, dass sie ins Najima gehen würden. Es lag nur zwei Straßen entfernt und zumindest war ihre ‚Sicherheit‘ dort gewährleistet, doch Jaejoong führte sie in die andere Richtung, hinein in eine Seitenstraße und durch eine Tür. Mit dem Fahrstuhl fuhren sie in den 6. Stock. Sie betraten eine kleine, versteckte Lounge mit schummerigem Licht. Man begrüßte sie und führte sie zu einem Tisch am Fenster.
Bestellt wurde über ein Tablet am Tisch und die Getränke wurden von einem Roboter gebracht.
„So, Siwon?“
Oh wie sie es hasste, dass jeder immer alles wusste. Die Einzige, die immer komplett planlos war, was bei den anderen passierte, war sie.
„Er versucht es schon recht lange, doch dann kam Jiyong und dann Jongin … und dann hatte er jemand und ja … wieso nicht? Wir haben nächste Woche ein Date und ich habe Jongin gesagt, dass ich Zeit brauche, um diesen Irrsinn zu entwirren. Ich meine, dass mit Taehyung ist seit zwei Tagen zu Ende, ich fühle mich, als hätte ein LKW mich erfasst.“
Jaejoong schaute sie an und sie wusste, dass gleich etwas kommen würde, was sie wahrscheinlich nicht hören wollte.
„Das ist eine ganz furchtbare Idee.“
„Alles oder nur Teile?“, fragte sie nach. Sie brauchte das genauer definiert.
„So ziemlich alles. Ich erkläre dir mal Taehyung.“
Da war sie nun gespannt.
„Er hat gemerkt, dass du und Jongin euch wieder näherkommt und er wollte dir das Schlussmachen ersparen. Er hat das übernommen, bevor du sein Herz brichst und um dir das schlechte Gewissen zu ersparen, wenn du wieder mit Jongin zusammenkommst.“
Skye verzog das Gesicht. Genau das hatte Mia auch gesagt.
„Bullshit!“
Sie war mit Tae zusammen gewesen. Sie kannte ihn.
„Kein Bullshit. Er hat Bang vorgeschoben, weil das schon einmal Thema war. Die Pressegeschichte mit Jongin war das gefundene Fressen und Bang hat kein Problem damit seinen Kopf hinzuhalten. Es ist ja kein Geheimnis, dass ihr zwei … euch nicht besonders grün seid. Tae wollte nicht mit ansehen, wie du begreifst, dass du noch Gefühle für Jongin hast und er wollte dir die Situation abnehmen, in der du dich entscheiden musst. Du wärst bei Taehyung geblieben, weil dein Gewissen es nicht zugelassen hätte, nach allem, was er getan hatte, aber du wärst nicht glücklich gewesen.“
Woher wollte er all das überhaupt wissen? Es war so an den Haaren herbeigezogen … dass es wahr sein könnte.
„Okay, was hast du an Siwon auszusetzen?“
Nun verzog Jaejoong das Gesicht.
„Also wirklich, deinen Geschmack kann keiner verstehen. Verstehe mich nicht falsch, Siwon ist ein toller Typ, aber du und Siwon? Wie unterschiedlich können zwei Menschen sein? Er ist der gestylte Typ, der selbst Zuhause ein Hemd anhat. Du kannst dich aufbrezeln, aber du magst es eigentlich eher gemütlich. Er ist der Super-Christ und du bist die Sünde in Person – wahrscheinlich geht er jetzt schon beichten.“
„Protestanten gehen nicht beichten“, so viel verstand selbst sie.
„Was auch immer. Bist du der Typ, der sonntags Kuchen backt und als Frauchen mit in die Kirche geht? Ich glaube nicht. Er ist viel zu erwachsen für dich. Das wäre wie damals Mia mit Jihoon. Furchtbar.“
Skye hatte die Augenbrauen zusammengezogen. Sie war nicht die Sünde in Person und sie konnte durchaus erwachsen sein. Temporär. Wenn sie sich konzentrierte.
„Okay, also sind alle scheiße für mich?“
Grübelnd kniff er die Augen zusammen. Es schien fast, als würden ihm die nächsten Worte schwerfallen.
„Also, Jongin … ich glaube, du hast wirklich etwas in ihm verändert und ich behaupte, er ist dein größter Fan. Aber hey, wenn du irgendjemand ans Bein pissen willst – ich habe heute Abend nichts vor“, bot er an und lächelte süffisant. Entsetzt schaute sie ihn an.
„Du wärst nur ein OWB!“
„Ein was?“
„Oppa with Benefits.“
Sein Lachen polterte fröhlich durch die Bar.
Schließlich landeten sie noch in der Karaoke Bar von Noah. Jaejoong war keine schlechte Gesellschaft, er war nur ehrliche Gesellschaft und da Skye selbst dazu neigte zu ehrlich zu sein, durfte sie sich wohl nicht beschweren.
„Ich habe gehört, dass du deinen glorreichen Abend gebührend gefeiert hast“, begrüßte sie Noah. Es war verwunderlich, dass er immer dort war, wo Skye war oder war es wie mit Mia und Noah war eigentlich ein Drilling. Sie würde es gerne testen, indem sie ins Najima fuhren, um zu gucken, ob er auch dort war.
Skye schaute ihn genervt an. Es war der Abend, an dem sie noch mit Jongin feiern gegangen war. Der Abend, der ihr Leben auf den Kopf gestellt hatte. Mal wieder.
„Jetzt schau nicht so, Taehyung-shi ist ja ganz goldig, aber die hübscheren Kinder bekommst du mit Jongin. Was steht heute auf der Dessert-Karte? Jaejoong?“
„Nein, ich wäre nur ein OWB“, erwiderte der Sänger locker.
„Ein bitte was?“
„Oppa with Benefits“, antworteten Skye und Jaejoong wie aus einem Mund und Noah schaute die beiden ungläubig an.
„Ihr zwei verbringt zu viel Zeit miteinander.“
Natürlich ließ er Skye nicht in Ruhe, bis sie auf die Bühne ging und einen Song sang. Man hatte ihr einen Hocker hochgestellt, allein schon, weil sie so wackelig mit der Schiene war.
Die beiden Männer schauten zu ihr auf die Bühne.
„Was tust du?“, fragte Noah.
„Nichts, ich babysitte“, erwiderte Jaejoong.
„Deine Bilanz mit Ausländern ist nicht so gut.“
„Was soll das schon wieder heißen? Es gab eine Ausländerin.“ Und das war Mia gewesen, vor viele, vielen Jahren. Wobei er Japanerinnen nicht in diese Statistik gehörten. Er wusste, was Noah meinte, wenn er von Ausländern sprach.
„Ja und das hat nicht funktioniert. Daher hast du eine 100%ige Durchfallquote.“
Genervt schaute der Sänger rüber.
„Wir müssen uns über deine Art von Statistik unterhalten und nein, ich versuche nichts. Sie ist so ein Stechaufmännchen und sie erinnert mich an Mia, aber ich erkenne Liebe inzwischen, wenn ich sie sehe. Damals habe ich Donghae nicht ernstgenommen, aber Skye? Sie liebt Jongin, sie weiß nur nicht, ob es genug ist und bis dahin will sie Siwon probieren.“
„Siwon?!“ Noah hatte einen ähnlichen Gesichtsausdruck wie JJ vorhin.
„Ja, keine Ahnung, was sie da geritten hat.“
„Wenn er sie denn reitet …“
Jaejoong rollte mit den Augen, das Niveau der Konversation war völlig im Sinkflug.