Taehyung kam nicht zurück und keiner stellte fragen. Auch Skye wünschte sich, dass die Dinge anders gelaufen wären. Wenn Taehyung sich vorher von ihr getrennt hätte, hätte sie trotzdem die Kings verlassen? Wahrscheinlich. Taehyung war nur eine Komponente von vielen gewesen. Sie kannte sich ganz gut und sie wusste, dass es immer etwas hätte geben können, was sie abgelenkt hätte. In Wahrheit war sie gerade selbst überrascht, dass sie nicht in einem Flieger ans Ende der Welt saß. Vielleicht war die Flucht im Mai völlig unnötig gewesen. Wie wären die Dinge gelaufen, wenn sie hier geblieben wäre? Was vergangen war, war vergangen. Es war egal und nicht mehr zu ändern. Doch Idol in Korea als Amerikanerin hätte nicht funktioniert, solo schon gar nicht. Sie war, wie sie war und auch wenn sie sich bemühte, so konnte sie nicht ganz aus ihrer Haut.
Um kurz nach Mitternacht kam Jongin in die Bar. Grinsend kam er auf sie zu und quetschte sich zwischen sie und Jungkook, der mit genervtem Blick zur Seite rutschte. Er hatte ihr gesagt, dass er sie liebte. Es war albern, aber es änderte etwas in Skye. Chanyeol hatte wohl für Jongin Essen mitbestellt und er stürzte sich hungrig darauf.
„Wieso ist hier so eine komische Stimmung?“, fragte er auf halber Strecke durch das Essen.
„BTS haben mitbekommen, dass Skye ihre Anteile verkauft und Taehyung ist wohl nicht begeistert“, fasste Sehun zusammen.
„Es ist einfach nicht fair. Skye verliert hier mehr, als einen Partner. Sie verliert alles“, kam es von Namjoon.
„Das ist wohl etwas dramatisch. Es ist noch gar nichts passiert. Es ist noch nicht mal rechtlich alles bei G-Next geregelt. Ich kann Songs schreiben und verkaufen, ich kann im Najima auftreten und wenn ich es möchte, miete ich das verdammte Olympia Stadion und lasse Mia eine Bühnenshow organisieren. Es hat nichts mit Tae zu tun. Es geht um Bang und mich und ich fand Bang schon scheiße, bevor Taehyung feige wurde. Ehrlich, ich weiß nicht, wieso ihr diesen Typen so vergöttert. Er hat euch groß gemacht, doch das heißt nicht, dass er ein guter Kerl ist und wir dürfen nicht vergessen, dass mit eurem Erfolg sich nicht nur eure Taschen füllen, sondern auch seine.“
Sie würde nicht zulassen, dass Bang für sie das wurde, was JYP für Mia gewesen ist. So viel Macht würde sie ihm nie über sich geben.
„Ich respektiere deine Meinung, aber bei anderen ist Bang nicht so. Ich weiß nicht, was du in ihm auslöst“, wand Namjoon ein.
„Er hatte sie haben wollen und hat sie nicht bekommen und sie fällt nicht vor ihm auf die Knie und dann verdreht sie noch einem seiner goldenen Esel den Kopf. Ich schätze sie verletzt sein Ego“, grübelte Jongin laut und Skye musste zugeben, dass er gar nicht so falsch liegen könnte. Wieso hatte er so viel für sie damals geboten, wenn nicht um daraus Profit zu schlagen? Nur, dass Seunghyun seine Pläne durchkreuzt hatte und sie auch nie wieder auf Bang zugekommen war.
„Oder er hasst einfach Frauen“, kam es trocken von London und auch das könnte wahr sein.
„Es ist egal. Ich mag ihn nicht und er mag mich nicht, doch er ist wichtiger für G-Next und ich will Jiyong keine Steine in den Weg legen oder für ständige Spannungen sorgen.“
Normalerweise feuerte sie Leute, die ihr auf den Keks gingen und lief nicht vor ihnen weg.
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Als es dann auf 2 Uhr zuging, verabschiedeten sich die Kings. Sie hatten Morgen zwar kein Training, waren aber ziemlich erledigt und auch Jungkook schloss sich der Truppe nach Hanam an. Jongin ging mit ihnen nach oben und hielt Skye an der Hand fest, um sie auszubremsen.
„Ich habe Morgen früh ein Fotoshooting. Wir könnten auch hier schlafen. Morgen Abend musste du eh wieder herkommen.“
Skye grinste frech. Wann war es eigentlich normal geworden, dass sie zusammen schliefen?
Jungkook drehte sich zu ihnen um.
„Ich kann die Mädels mitnehmen, wenn du magst“, bot er an. Dann wäre ihr Auto zwar hier, doch Skye hatte keine Ahnung, ob das ein Vorteil war, da sie selbst nicht fahren konnte. Jongin schaute sie mit einem Dackelblick an und natürlich ließ sie sich breitschlagen.
Sie verabschiedeten sich von den anderen und gingen hoch in Skyes Apartment. Auch das war völlig normal, schließlich könnten sie ja auch bei ihm schlafen, aber auf den genervten Blick von Bae und dem schelmischen grinsen von Chanyeol hatten sie wohl beide keine Lust.
Zuerst zog sie die Schiene aus. Die Schiene stützte und half, aber es war trotzdem anstrengend das Ding die ganze Zeit anzuhaben und nachts kühlte sie immer noch mit Pads. Sie hatte keine Ahnung, ob es wirklich was half, aber Mindset war bei Heilung ja auch wichtig.
„Weißt du, ich habe nachgedacht…“
Jongin schmiss sich auf die Matratze, nachdem er sich die Zähne geputzt hatte – ja, er hatte hier eine Zahnbürste, auch in Hanam, mit einem Anhänger, auf dem ‚Bebecito‘ stand.
„Aha.“
„Wenn wir dann wieder zusammen sind, dann könnte ich doch hier wohnen. Irgendwie komme ich mir obdachlos vor, weil alles deine Orte sind. Dein Haus, dein Apartment, aber es würde ja gar keinen Sinn machen, wenn ich jetzt auch noch eine Wohnung anmiete. Wohnraum ist so begrenzt, es wäre richtig dekadent noch eine Wohnung zu besetzen.“
Argumentation war alles und auch hier war es witzig, dass er davon ausging, dass sie wieder zusammenkamen. Was machte sie sich vor? Eigentlich waren sie schon wieder zusammen, sie nannte es nur nicht so, dass sie ohne schlechtes Gewissen mit Siwon auf ein Date gehen konnte.
„Wieso hast du eigentlich keine Wohnung?“
Die meisten hatten, neben dem Dorm, eine eigene Wohnung. Chen wohnte mit seiner Freundin zusammen, Yoongi, Jihoon und Maria hatten eine Wohnung, Baekhyun hatte eine eigene Wohnung, eigentlich alle von Super Junior – außer Siwon, der hatte fünf oder so.
„Weil …“, er setzte sich auf, nach Worten suchend. „Also erstens, sind wir super viel unterwegs und dann finden die Fans eh heraus, wo wir wohnen und dann müssen wir alle paar Monate umziehen und ich bin gerne im Dorm. Zumindest so ein Dorm wie der Pit. Früher war es Horror, mit allen auf so engem Raum, doch jetzt ist es cool und dann sind wir Idols, also wird auch erwartet, dass wir so krasse Prestige-Wohnungen haben -wo wir nie sind, weil wir keine Zeit haben und die wir alle paar Monate wechseln müssen, weil Fans uns belagern. Irgendwie will ich mein Geld sinnvoller ausgeben.“
„Wie Lamborghinis?“, fragte sie grinsend und kam zu ihm ins Bett. „Wie oft benutzt du den so?“
Wirklich, die Idols wurden eigentlich zu 90% gefahren. Entweder hatten sie Termine oder sie waren betrunken. Wie oft nahmen sie schon ihre Privatautos?
„Hey, nix gegen den Lamborghini!“
Skye hob die Hände.
„Zumindest ist klar, dass Sex in dem Auto nicht funktioniert.“
Darüber dachte Jongin nach.
„Weiß nicht, du bist klein, es könnte funktionieren …“
Lachend schmiss sie ein Kissen nach ihm.
„So klein bin ich gar nicht!“
Eigentlich schon.
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Jongins Wecker schmiss sie um 7 Uhr aus den Federn. Vielleicht sollte Skye den Kühlschrank hier füllen. Da sie den Pin zum SuJu Dorm nicht mehr hatte und heute Abend bei EXO rumhängen würde, beschloss sie zu BTS zu gehen. Hier wurde ihre Stimme wieder als Türöffner erkannt. Fahrlässig. Rache-Skye hätte hier alles mögliche anstellen können, doch Hunger-Skye wollte nur etwas den Kühlschrank plündern.
„Es ist schon lustig, wie Jungkook bei dir im Haus schläft und du hier rumhängst“, stellte Jin fest, der just die Treppe runterkam und Skye zu Tode erschreckte.
„Nur weil das mit Taehyung zu Ende ist, heißt das nicht, dass ich euch nicht lieb gewonnen habe und mit euch Zeit verbringen will.“
„Dein Kühlschrank ist leer.“
„Jup, mein Kühlschrank ist leer.“
Siegessicher grinste der Sänger.
„Omelett, Rührei oder Spiegelei?“
„Omelett bitte – habt ihr irgendwas toastiges oder brotiges?“
Zielsicher ging sie an die Schränke und holte schon mal die Gewürze raus. Jin stellte ihr den Toast vor die Nase und im Kühlschrank fand sie Butter und Käse. Wieso hatten sie solche Sachen noch? Tae hatte das immer für sie geholt, aber ’sie‘ gab es ja eigentlich nicht mehr.
„Ich glaube, er will, dass du weißt, dass du hier immer willkommen bist“, meinte Jin, als er ihren fragenden Blick sah.
„Ich verstehe ihn einfach nicht.“
„Willkommen im Club.“
Bis Taehyung runterkam, war es in der offenen Küche voller geworden. Er fand Skye mit Jin und Namjoon und sie lachten fröhlich und es roch nach Essen.
„Dein Kühlschrank ist leer“, stellte auch er fest und schaute, ob noch etwas essbares übrig war.
„Ja, aber Jin macht auch die besten Omelette der Welt – dabei isst er es selbst nicht.“
Tae grinste. Seine Haare standen wild vom Kopf ab. Es war süß, wie er morgens aussah.
„Wer kann, der kann“, meinte Jin, stolz gelobt worden zu sein.
„Seht doch, das kann funktionieren“, meinte Namjoon lächelnd und schaute vor allem zu Skye und zu Taehyung.
„Nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, Amigo.“
Denn sie traute diesem Frieden noch nicht und selbst wenn sie nächste Woche mit Jongin zusammenkommen sollte, änderte es nichts daran, dass Taehyung sie verletzte hatte und das nicht nur einmal und dabei beteuerte, dass er sie nicht verletzen wollte.
„Schon okay, ich gehe wieder hoch“, meinte Tae und ließ den Kopf hängen.
„Don’t bother, ich muss los, Dinge zu tun und so.“
Damit stand sie auf, gab Jin einen Kuss auf die Wange und bedankte sich für das Frühstück. Etwas, was sie sich vorher nie getraut hätte und nun einen ziemlich verlegenen Jin zurückließ.
„Du willst was?!“
Skye hatte Mia angerufen, denn sie brauchte Hilfe. Deutsche Hilfe.
„Rouladen machen. Aber ich weiß nicht, woher ich die Sachen kriegen soll.“
„Woher kennst du Rouladen?“, fragte die verdatterte Deutsche.
„Die Oma einer Freundin in Thüringen hat das mal gemacht und ich fand das SO lecker, also habe ich mir das Rezept geben lassen.“
Aber sie brauchte das richtige Fleisch. An Rind ranzukommen, war kein Problem, aber es musste richtig geschnitten werden. Dann brauchte sie einen Soßenbinder oder Fond. Klöße könnte sie selbst machen. Die Bohnen würden wohl das kleinste Problem werden.
„Du willst für sechs Kerle Rouladen machen?“ Mia wollte nur sicher gehen, dass sie die Mission verstand.
„Ja, ich plane 14 Rouladen – die haben einen riesigen Bräter, ich schaffe das.“
„Okay, ich bin in einer halben Stunde da.“
Es war klar, dass Mia inzwischen raushatte, wo man in dieser Stadt Deutsche Sachen herbekam. Sie hatte einen Metzger in Dongdaemun, doch vorher fuhren sie in eines von Mias Restaurants. Boah, dass Skye da nicht von alleine draufgekommen war! Hier gab es Gewürzgurken und Rouladen-Fix. Und das Beste: Sie gab Skye einen Beutel von eingeschweißten Klößen mit.
„Im Tagesgeschäft haben wir keine Zeit hier Klöße zu machen, deswegen lassen wir die nach dem Rezept meiner Mama produzieren und einschweißen.“
„Smart“, erwiderte Skye beeindruckt.
„Meine Mama bunkert hier überall Sachen. Zuhause hätte ich auch Rouladen-Fix gehabt, ich hatte nur nicht daran gedacht. Jedes Mal, wenn sie herkommt, hat sie einen Koffer voll mit Essen! Wirklich, dass sie noch niemand am Zoll verhaftet hat, grenzt an ein Wunder. Im Mai, als sie kam, um auf die Kids aufzupassen, als wir beim Dreh für Royale Vampires waren, hatte sie 5 Kilo Spargel dabei!“, erzählte die Deutsche lachend.
Korea hatte ziemlich strenge Bestimmungen, was die Einfuhr von Essen betraf. Doch Skye vermutete, dass Mia ihre Art wahrscheinlich von ihrer Mutti hatte und das erklärte, wieso ihre Mama damit durchkam.
Danach fuhren sie zum Metzger und er schnitt wunderschöne, sündhaft teure Rouladen auf. Das war es Skye auf jeden Fall wert. Danach fuhren sie noch in einen Delikatessen-Laden, bei dem sie die Bohnen holten und dann fuhren sie zurück in die Akademie.
Mia wollte sehen, was Skye da für ein Rezept hatte und sie suchte es auf ihrem Handy raus. Cloud war eine tolle Sache. Sie reichte Mia das Rezept und die Deutsche lachte fröhlich auf.
„Ja, genauso macht meine Mama die auch.“
Das war beruhigend.
Skye überlegte, ob es eine schlaue Idee gewesen wäre Mia heute Abend auch einzuladen. Irgendwie war sie die Mama der Band und da sie eine ähnliche Situation durchgemacht hatte, war davon auszugehen, dass Chen ihre Unterstützung hätte. Sicher hatte er seine Gründe und es war nicht ihr Geheimnis, also würde sie sich nicht reinhängen.
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Als nächstes fuhr sie mit dem Taxi zur Fabrik und verstaute die Sachen im Kühlschrank, bevor sie zu Noah krückte. Es war 13 Uhr, die Chance bestand, dass er schon wach war. Tatsächlich sah Noah schon sehr wach aus, als er ihr die Tür aufmachte.
„Gut, dass du endlich da bist.“
Was? Skye schaute genervt zu ihm. Wenn er was wollte, wieso meldete er sich nicht?
„Wir müssen über deinen nächsten Auftritt reden.“
„Okay, wann ist der denn?“
„Dienstag.“ Er sagte es in einem Ton, der sich anhörte, als müsste sie das wissen.
Skye hob die Krücke.
„Aber ich kann keine Flicflacs machen.“
„Du kriegst einen Stuhl.“
Sie ließ sich auf die Ledercouch fallen und er brachte ihr einen Saft. Das war ihre Hoffnung, dass es Saft war und kein Cocktail.
„Ich habe jetzt schon Reservierungen für alle Tische. Ich habe eine Verkleidung für die Terrasse bestellt, da bekommen wir noch mal 120 Sitzplätze hin.“
Es war erstaunlich, dass sie so viele Leute hören wollten. Das Najima war einem elitären Kreis von Leuten vorbestimmt, Zivilisten kamen gar nicht rein und schon beim letzten Mal war es super voll gewesen.
„Kann ich auch eigene Lieder singen?“, fragte sie.
„Sicher. Wir müssen uns aber mal über einen Vertrag unterhalten. Wenn du G-Next abgibst, bist du praktisch vertragslos, aber versicherungstechnisch und auch steuerrechtlich muss das irgendwo erfasst werden. Wir haben freie Künstlerverträge, die auf Provisionsbasis laufen, wenn du nicht auftrittst, trittst du nicht auf, du hättest keine Verpflichtung gegenüber dem Club und wenn du auftrittst, erhältst du ein Gehalt.“
Das klang fair und sie wollte, dass alles korrekt ablief und ihr niemand ans Bein pissen konnte. Das war ihr bei allen Firmen wichtig. Dann zahlten sie halt Steuern. Ja, sie hatten ein paar Firmen mit Sitz in Australien und Malta, aber das war ja nichts Illegales, es hatte nur steuerliche Vorteile. Deswegen hatte Skye auch unabhängige Wirtschaftsprüfer, die nur für sie arbeiteten und die das ganze Jahr nichts anderes taten, als die Zahlen ihrer Firmen zu prüfen, unabhängig von Jamal und Nate. Vertrauen war gut, Kontrolle war besser. Sie hatte keine Lust irgendwann einen Steuerskandal in Millionenhöhe zu haben.
„Okay.“
„Okay?“ Er hatte damit gerechnet, dass hier mehr Gegenwehr kommen würde oder Bedingungen, doch sie zuckte nur mit den Schultern.
„Nein, das klingt doch fair. Ich will nur einen Ort haben, an dem ich meine Musik ausleben kann.“
Noah nickte zufrieden.
„Bald müssen wir wohl anfangen Eintritt zu nehmen, wenn du kommst.“
„Das ist doch Zufall“, erwiderte sie, weil sie immer noch nicht verstand, wieso es das letzte Mal so voll war. Noah schüttelte den Kopf.
„Du berührst die Leute und sie vermissen das, Live Musik. Eine schöne Stimme, die den Abend musikalisch begleitet und dann bist du zu allem Überfluss noch schön anzusehen.“
In Seattle gab es einige Bars, mehr Speak Easys, in denen es Live Musik gab, doch hier schien das wohl nicht so verbreitet zu sein.
„Diese ganzen Entertainments lassen sich wirklich etwas entgehen. Ich bin gespannt auf deine eigenen Songs.“
Und schon hörte es sich an, wie eine Drohung.
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Nach einem kleinen Nickerchen ging die Amerikanerin gegen 18 zum Pit, um die Vorbereitungen anzufangen. Baekhyun war Zuhause und stellte sich zu ihr.
„Läuft hier heute Abend was?“
Skye schnitt gerade Zwiebeln und schniefte.
„Ja, Essen – trauriges Essen, offensichtlich.“
Mit dem Handrücken fuhr sie über die Augen.
„Du weißt genau, was ich meine.“
Sie versuchte ihn zu ignorieren.
„Es geht um einen gemütlichen Abend der Band, vielleicht werden manche Sachen angesprochen – man weiß nie, zu was so ein Abend führt.“
„Ich hasse dich. Kannst du nicht einfach sagen, was los ist? Haben du und Jongin heimlich geheiratet?“
Entgeistert schaute sie ihn an.
„Nein!“
Noch immer beobachtete er sie, auf der Suche nach einer Lüge.
Skye versteckte sich vor Baekhyuns verurteilendem Blick und ging kurz zu sich in die Wohnung, als Chen ihr entgegenkam. Er nahm sie in die Arme und drückte sie an sich.
„Ich bin so froh, dass du das mit mir machst. Du bist viel skandal-erprobter als ich.“
Skye boxte ihn leicht auf den Oberarm.
„Du benutzt mich nur als Shock Value! Bae ahnt schon irgendetwas und wollte mir unterjubeln, dass Jongin und ich geheiratet haben!“
Chen fing fröhlich an zu lachen, doch in dem Moment kam auch Jongin hinzu und grinsend gab er ihr einen Kuss.
„Chiquita, ich wollte noch nicht die Band darüber informieren.“
Ihn boxte sie auch.
„Chiquita?!“
„Du hast mit spanischen Namen angefangen und Chiquita heißt so was wie ‚Kleines‘ und das ist ja passend.“
„Es ist aber auch eine Banane! Ich will keine Banane sein! Wenn bist du die Banane!“
Ihr Blick fiel auf seinen Schritt und sie fingen alle an zu lachen.
„Übrigens, ich finde euch toll. Bitte kriegt das diesmal hin“, kam es von Chen und gemeinsam gingen sie zurück in den Pit.
Skye war schwer beschäftigt in die Küche. Sie ließ Suho helfen und es duftete schon wahnsinnig gut.
„Können wir jetzt darüber reden, was du erzählen willst?“, rief Bae ihr zu und sie strafte ihn mit einem finsteren Blick. Wieso dachte eigentlich jeder, dass immer nur Skye etwas ausgefressen hatte?
„Nein, wir reden nach dem Essen.“
„Wieso nicht jetzt?“
„Weil man mit vollem Magen schlechter streiten kann und jetzt halt die Klappe.“
Nun schauten aber alle neugierig auf. Es gab etwas zum Streiten?
„Wirst du wieder unsere Assistentin?!“, kam es begeistert von Sehun.
Hilfesuchend schaute sie zu Chen.
„Hey, lasst uns doch erst mal in Ruhe essen. Wir kommen viel zu selten alle zusammen.“
Keiner fragte mehr, doch man sah einigen an, dass sie neugierig waren, welche Leichen heute noch aus dem Keller geholt werden würden.
Die Rouladen waren fantastisch und die Jungs lobten sie in den höchsten Tönen und auch Skye fand es super lecker. Das sie das in Korea hinbekommen hatte!
Zufrieden und satt räumten Sehun, Chen und Jongin den Tisch ab und verboten Skye den Abwasch zu machen.
„So, jetzt spuck es aus.“
Länger hielt Baekhyuns Nervenkostüm wohl nicht mehr aus. Doch es ging gar nicht um sie und so schaute sie zu Chen und nickte. Der Sänger atmete tief durch und schaute in die Runde.
„Wir bekommen ein Kind.“
Nun schauten alle geschockt von Chen zu Skye.
„Nein! Einfach nein! Was stimmt denn mit euch nicht?!“, fuhr sie die Kerle an. Schock wurde abgelöst von Verwirrung. Chen schaute überrascht zu Skye und fing an zu lachen.
„Nein, Mi-hee und ich bekommen ein Baby!“
„Gott sei Dank!“, kam es von Bae, den sie unter dem Tisch trat. Und dann fingen alle an zu jubeln und zu klatschen und es endete in einem riesigen Grouphug. Tausend Fragen hagelten auf ihn ein. Ob sie schon wussten, ob es ein Mädchen oder ein Junge wird, wann der Termin war, ob er Mi-hee heiraten würde.
„Wir wollen Anfang nächsten Jahres heiraten. Mir ist es wichtig, ich will ihr auch die Sicherheit geben und zu ihr stehen. Wir sind seit drei Jahren zusammen, ich bin mir sicher.“
In diesem Moment liebte Skye EXO für ihre positiven Reaktionen. Keiner sprach die Probleme an, die auf jeden Fall kommen würden. In diesem Moment ging es nur darum, dass sie sich für ihren Bandkollegen freuten und das war viel wichtiger.